Systemische Strukturaufstellungen (SySt®)


Bei einer Strukturaufstellung werden Systeme sichtbar gemacht, indem sie als Bild in den Raum gestellt werden.

Bevor begonnen wird, findet mit der aufstellenden Klientin eine Auftragsklärung statt.

Dabei ist es hilfreich das Anliegen so konkret wie möglich heraus zu arbeiten, denn umso eindeutiger wird dann die Aufstellung verlaufen.

Um sich über das eigene Anliegen klar zu werden, eignen sich spezielle Fragen aus der systemischen Beratung/Therapie. Nach der Auftragsklärung legen wir fest, wer und was im Raum dargestellt werden soll.

Bei einer Gruppensitzung übernehmen andere Gruppenmitglieder stellvertretend "Rollen" für diese festgelegten Personen und Themen. Dies können Partner, Eltern, Kollegen, aber auch ausgeblendete Themen, Projekte oder Objekte sein. Die Stellvertreter nehmen an ihrer Position innerhalb der Skulptur Stimmungen, Körperempfindungen und Impulse wahr, die nicht ihre eigenen sind, sondern zur "Rolle" gehören. Dieses Phänomen wird als "repräsentierende Wahrnehmung" bezeichnet. Es ist bisher noch nicht völlig erklärbar, zeigt sich aber in jeder Aufstellung. Aufstellungs-Unerfahrene sind oft verblüfft, wenn sie dieses Phänomen zum ersten Mal wahrnehmen.

In Einzelaufstellungen ist die Arbeit mit Stellvertretern nicht möglich. In diesem Fall benutze ich Bodenanker, die die gleiche Wirkung zeigen.

 

Der Name „Aufstellung“ ist nach wie vor stark von den vor 30 Jahren populär gewordenen Familienaufstellungen nach B. Hellinger belegt. Die systemische Strukturaufstellung kann zwar als Weiterentwicklung angesehen werden, unterscheidet sich jedoch ganz klar von der Arbeitsweise Hellingers. Ein für mich zentraler Unterschied ist, dass die Klienten autonom bleiben. Das bedeutet, dass ich als Coach zwar Vorschläge und Lösungs-Sätze einbringe, was davon umgesetzt wird, entscheidet der Klient. Wir arbeiten auf einer Augenhöhe. Anders als Hellinger, der teilweise starre "Gesetzmäßigkeiten" anwendete, orientiere ich mich bei der Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten im Schwerpunkt am laufenden Prozess. Hierbei stütze ich mich auf fundierte Erkenntnisse aus beispielsweise der systemischen,  mehrgenerationalen  (Familien)therapie und Hypnotherapie nach Erickson.

 

Typische Anliegen für Aufstellungen:

Konflikte in der Partnerschaft, in der Familie, mit den Eltern

Ungewolltes Single sein

Unzufriedenheit / Konflikte im Beruf

Entscheidungschwierigkeiten

Der Wunsch nach mehr Selbstwert und Selbstvertrauen

Psychische Erkrankungen - hier braucht es zusätzlich mehr Begleitung 

 

Die Wirkung von systemischen Aufstellungen ist inzwischen wissenschaftlich erforscht und in ersten Studien erwiesen. Dabei zeigt sich die Wirkung nicht nur bei der Person, die ihr eigenes Thema einbringt und bearbeitet, sondern auch bei den Teilnehmern, die sich als Stellvertreter zur Verfügung stellen.

http://www.familienaufstellung.org/files/ergebnisse_forschung_systemaufst2013.pdf

Die Selbst-Integration

Neulich erzählte ein Freund: Eine langjährige Freundin hat mich besucht. Beim Abschied forderte sie mich auf: "Nenn' mir doch mal deine 4 besten Freunde." Ich begann aufzuzählen...nach dem 4. Namen sagte sie: "Die wichtigste Person hast du vergessen - dich selbst."

 

In der von mir angebotenen Strukturaufstellung arbeite ich zusätzlich mit dem Konzept "Selbst". Diese Idee wurde von Dr. Robert Langlotz entwickelt und hat sich bereits in vielen Aufstellungen bewährt. Das "Selbst" wird als der Teil in uns angesehen, der, unabhängig von allen negativen Erlebnissen, die wir bereits in unserem Leben gemacht haben, eine unerschütterliche Ressource darstellt. Das Selbst ist unsere Kraftquelle - mit einem klaren Gespür für unsere Bedürfnisse, Stärken und Talente. Es ist die Stimme in uns, die uns deutlich sagen kann, was wir brauchen, um zu wachsen und uns mit uns und anderen wohl zu fühlen. Häufig sind wir durch negative Erlebnisse in unserer Biographie mit dieser Quelle nicht oder unvollständig verbunden. Durch die Selbstintegration in der Aufstellung gelangen wir wieder an diese zentrale Ressource und sind so mehr in Verbindung mit uns. Dabei spielt das Thema "Abgrenzung", die Wahrung eigener Grenzen und die anderer Menschen, eine wichtige Rolle.

 

Der Effekt von Strukturaufstellungen kann deutlich spürbar sein, zeigt sich manchmal aber anders als erwartet. Immer wieder erlebe ich aber, dass Menschen danach mehr Kraft, Selbstvertrauen (das Vertrauen in sich)  und somit Lebensfreude empfinden.